Archive fürDezember 2017

20. Dezember 2017 - Kommentare deaktiviert für IOTA: Der missverstandene Coin?

IOTA: Der missverstandene Coin?

IOTA ist einer der am schnellsten aufsteigenden, aber auch am schärfsten kritisierten Kryptocoins. Eventuell liegt es daran, dass IOTA eine Menge verspricht und vieles vollkommen anders macht als die anderen. Das weckt Misstrauen. Wer sich mit der Kryptowährung beschäftigt, wird aber erkennen, dass die Entwickler sich durchaus ihren Teil gedacht haben. Aber womöglich eben nicht so viel, wie sich die IOTA-Fans manchmal erhoffen …

Ich muss zugeben, dass IOTA derzeit eines der schwierigsten Themen ist, über das man als Kryptoblogger schreiben kann. Nicht nur, weil es äußerst komplex ist, und man eigentlich, um angemessen darüber zu schreiben, ein enormes Vorwissen braucht. Sondern auch, wei les rasch giftig wird.

Auf der einen Seite scheint es der Kryptoszene schwer zu fallen, IOTA wirklich ernst zu nehmen; auf der anderen Seite reagiert die IOTA-Community auf – ernstgemeinte – Kritik oft etwas zu aggressiv.

Der folgende kurze Twitter-Dialog zwischen Litecoin-Gründer Charlie Lee und IOTA-Entwickler David Sønstebø dürfte die Situation gut illustrieren:

Ich übersetze mal frei: Charlie hat gefragt, ob IOTA nur Hype ist, oder ob es auch einen wahren Wert gäbe. Er habe nur Schlechtes gehört, von einem zentralen Koordinator und einem üblen Bug. David antwortet gereizt, die Art der Frage zeige, dass Charlie keine guten Absichten habe. Er sei engstirnig und habe sich nicht mal die Mühe gemacht, sich in die technische Basis von IOTA einzulesen. Die Halter von Litecoins seien zu bedauern.

Warum ist Charlie tendenziell herablassend, und warum reagiert David so übermäßig erbost und vorwurfsvoll auf eine kritische Frage? Was hat IOTA an sich, das viele in der Kryptoszene skeptisch macht, aber gleichzeitig auch Fans anzieht, die teilweise mit fanatischem Zorn auf Kritik reagieren?

Fast dasselbe Muster finden wir in einer kurzen Auseinandersetzung zwischen IOTAs Dominik Schiener und Core Entwickler Peter Todd.

Peter Todd zitiert einen Bericht, demzufolge IOTA nicht benutzbar ist, und sagt, mit der ihm üblichen Schonungslosigkeit: “Sogar wenn man die lächerlichen, anfängerhaften Sicherheitsfehler ignoriert, ist das Netzwerk ein kaputter, unbenutzbarer Mist.” Dominik Schiener, einer der Gründer von IOTA, antwortet mit der mittlerweile gewohnten Aggressivität: “Lustig, wie Peter Todd falsche News verbreitet, ohne die Artikel zu prüfen. Was ist aus dir geworden, ein Vollzeit-Twitter-Troll?”

Warum rutschen IOTA-Diskussionen so schnell in solche Abgründe ab? Die Antworten auf diese Frage sind komplex. Ich hoffe aber, dass sie helfen, ein Stück tiefer in die neue Kryptowährung einzuführen und manche ihrer Eigenschaften genauer zu erklären.

Designentscheidungen

Warum IOTA viele in der Kryptoszene verblüfft, ist leicht zu erklären: IOTA macht ein Versprechen, das die meisten für uneinlösbar halten, und trifft Design-Entscheidungen, die schräg, für Außenstehende vielleicht sogar unsinnig, anmuten.

Das Versprechen, leicht überspitzt ausgedrückt, geht so: Das Internet der Dinge wird einmal aus 20, oder 30, oder 80 Milliarden Geräte bestehen, die alle online sind. IOTA wird das Rückgrat einer Ökonomie dieser Maschinen sein – die Plattform, mit der die Dinge Geld und Daten empfangen und überweisen können. Denn IOTA kann – theoretisch – dank des Tangles “fast unendlich” skalieren. Auf jeden Fall deutlich besser als die auf Blockchains basierenden Kryptowährungen.

Jeder, der die Skalierbarkeit von Bitcoin und Ethereum auch nur im Ansatz verfolgt, weiß, dass diese hohe Skalierbarkeit ein kühnes Versprechen ist.

IOTAs technischer Kern, der Tangle, beseitigt Blöcke – und damit auch die Latenz, die entsteht, während die Blöcke im Netzwerk verteilt werden. Blöcke sind immer Klumpen von Daten. Zugleich bildet IOTA durch die “Milestones” sogenannte “Snapshots”, wodurch die Knoten alle Transaktionen, die vor den Snapshots stattgefunden haben, wegwerfen können. Das spart Festplattenspeicher und macht den Start eines neuen Nodes einfacher.

Die anderen Faktoren beim Skalieren verbessert der Tangle aber offenbar nicht. Bandbreite, CPU, Arbeitsspeicher bleiben weiterhin limitierende Faktoren. Hier gelten dieselben, wenn nicht noch engeren, Limitierungen wie bei Blockchains.

Dementsprechend misstrauen viele dem Versprechen von IOTA. Es hat – vielleicht – zwei Probleme gelöst. Aber Teile der Community tun zuweilen so, als sei IOTA die vollständige Antwort auf das Thema Scalability.

Mehrere Design-Entscheidungen bei IOTA verschärfen das Misstrauen noch: Zum einen verwendet IOTA einen Post-Quanten-Kryptographie Algorithmus. Ist ja schön, aber erhöht die Größe von Transaktionen etwa auf knapp das Zehnfache. Was bei Bitcoin 160 Byte braucht, braucht bei IOTA 1,6 Kilobyte. Wenn man skalieren möchte, erscheint das kontraproduktiv.

Zum anderen gibt es bei IOTA weder einen Mining-Reward noch Transaktionsgebühren. Das System sieht keine Belohnung für “ehrliche” Netzwerk-Knoten vor. Und das ist ja gerade eine der Schlüsselinnovationen von Bitcoin.

Und schließlich benutzt IOTA ein ternäres anstatt ein binäres System. Die Entwickler sind überzeugt, dass dies notwendig und richtig ist, allerdings bezweifeln das viele, da die allgemeine Software-Infrastruktur der Gegenwart auf binären Systemen beruht. Man macht sich das Leben mit einem ternären System nicht unbedingt einfacher.

Fassen wir es, überspitzt ausgedrückt, zusammen: IOTA will den Full Nodes irrsinnig viele Transaktionen aufbürden, verzehnfacht die Größe von Transaktionen – aber entzieht den Nodes ihre Belohnung.

Ehrlich? Wie soll das funktionieren?

Die Antwort könnte erhellend sein.

Industrie-Nodes

Warum sollte jemand einen IOTA-Node betreiben? Die Anforderungen an die CPU und die Internet-Verbindung ist, über kurz oder lang, enorm. Aus welchen Gründen sollte jemand in die für das “Rückgrat der Machine Economy” notwendige Infrastruktur investieren?

Wenn man in der IOTA-Community solche Fragen stellt, bekommt man, zuweilen, aufschlussreiche Anregungen. Die Nodes werden, heißt es, freiwillig betrieben, von großen Firmen. Der Anreiz ist kein Block-Reward oder Gebühreneinnahmen, sondern die Möglichkeit, beliebig viele kostenlose Mikrotransaktionen versenden und empfangen zu können.

Wenn man dieser Perspektive folgt, ergibt es plötzlich Sinn. Die Annahme von IOTA ist, dass es ein Bedürfnis danach geben wird, dass sich Maschinen gegenseitig mit Mikrotransaktionen für Daten und Dienste bezahlen. Dass es für große Firmen – Bosch, VW, Telekom – profitabel ist, in einen großen Node zu investieren, um an dieser Machine Economy teilzuhaben.

Falls die Konzerne ein solches System wollen, könnte IOTA eine gute Wahl sein, vielleicht die beste, die es derzeit gibt. Technik-Konzerne wollen nicht riskieren, von chinesischen Minern in ein Wettrüsten der Mining-Maschinen involviert zu werden. Sie wollen auch kein Geld durch neue Blöcke erschaffen oder zwingend an Gebühren verdienen. Die Konzerne wollen keine Bank werden – sondern einfach nur kostenlose Mikrotransaktionen versenden. Und das bietet ihnen derzeit nur IOTA.

Auch eine andere Design-Entscheidung ergibt plötzlich mehr Sinn: Bandbreite und CPU sind in einem Netzwerk von Hobby-Nodes stark limitierende Faktoren. Ab einem gewissen Transaktions-Volumen verstopft der Traffic die Internet-Leitung oder legt eine schwache CPU lahm. Wenn man hingegen von Industrie-Nodes ausgeht, sind Bandbreite und CPU sehr lange gar kein Problem. Die ersten limitierenden Faktoren werden die Block-Latenz – die Dauer, bis ein Block alle anderen Miner erreicht hat – sowie die Synchronisierung neuer Knoten. Ein Test von Bitcoin Unlimited hat gezeigt, dass wegen der Block-Latenz bei Bitcoin bei etwa 500 Transaktionen je Sekunde Schluss sein sollte.

Der Tangle und die Snapshots werden damit zu wichtigen Trümpfen beim Skalieren.

Keine glänzende Performance

Wie läuft IOTA in der Praxis? Auch hier versetzt die Kryptowährung gestandene Bitcoin in ein nicht so amüsiertes Staunen.

Es fängt damit an, dass IOTA noch nicht ganz dezentral ist. Der Tangle funktioniert so, dass man, um eine Transaktion zu bestätigen, immer zwei zufällig ausgewählte vorhergegangene Transaktionen bestätigen muss. Das Netzwerk soll desto besser funktionieren, je mehr Traffic entsteht. Bei geringer Auslastung – so wie derzeit – kann der Tangle von selbst noch keinen wirksamen Schutz vor Double Spends gewähren. Es gibt einen sogenannten 34-Prozent-Angriff.

Hier springt der “Coo” ein, der zentrale Koordinator, der von den IOTA-Entwicklern betrieben wird. Er schreibt sogenannte “Milestone”-Datensätze, und in den Wallets von IOTA gelten lediglich Transaktionen als bestätigt, die vom Coo referenziert werden. Ein Mitglied der IOTA Community beschrieb es, etwas überspitzt, so: “Der Coo macht aus IOTA eine einfache Blockchain.”

Der Coo soll zwar in Zukunft abgeschaltet werden – Simulationen der Entwickler zeigen, dass IOTA auch ohne funktionieren wird – aber derzeit fährt IOTA noch mit zentralen Stützrädern. Der Tangle braucht eine zentralisierte Blockchain von Milestones, um zuverlässig zu funktionieren. Und selbst mit dieser Hilfe war die Performance des Systems in letzter Zeit eher unterdurchschnittlich.

Ich beobachte IOTA dann und wann seit etwa Mitte September. Seitdem gab es mehrere Vorfälle, in denen IOTA vorübergehend down oder fast down war. Erst gestern Nacht ist der Coo vorübergehend ausgefallen. Zwischenzeitlich war IOTA extrem langsam, es gibt Dutzende von Berichten über Transaktionen, die nicht ankommen, und von Wallets, in denen das Guthaben fehlt oder nicht angezeigt wird, von Light-Wallets, die nicht verbinden, von Full Nodes, die die Tangle nicht synchronisieren können, und vieles mehr. Einige Mitglieder der IOTA-Community haben mir anvertraut, dass sie “innerlich vor Kritik schäumen” und mit den Entwicklern alles andere als zufrieden sind.

Ich selbst habe kürzlich den Light-Wallets von IOTA ausprobiert und hatte keine Probleme mit Transaktionen. Überweisungen mit Beträgen von weit weniger als einem cent gingen problemlos durch, was ich schon beeindruckend fand. Aber vielleicht hatte ich auch Glück, und mir wurde verraten, mit welchem Full Node ich mich verbinden soll.

Ein Node-Betreiber hat mir erzählt, dass ein öffentlicher IOTA Full Node extrem viele Ressourcen frisst, und der Client eher schlecht performt. “Jedes Computerspiel und Chatprogramm arbeitet sparsamer.” Andere Node-Betreiber sagen, dass ein normaler Node nicht viele Ressourcen braucht. Es ist schwer zu sagen, was genau los ist, da die Informationspolitik bei IOTA eher suboptimal ist, kritische Fragen gerne als FUD abgequatscht werden, und die Sache an sich für Nicht-Eingeweihte eher undurchsichtig ist.

Manche in der IOTA-Community sagen, dass der Client schlecht implementiert ist, andere, dass es Spam-Angriffe gibt, und wieder andere, dass die Relation von Light- und Full Nodes aus dem Ruder gelaufen ist. Laut verschiedenen Angaben prozessiert IOTA derzeit etwa 0,1 bis 1 echte Transaktionen je Sekunde. Wenn die Tangle schon bei dieser geringen Belastung in die Knie geht – wie soll sie dann jemals zum Rückgrat des Internets der Dinge werden?

Beta

IOTA ist, betonen die Entwickler immer wieder, eine experimentelle Technologie. Sie selbst und die Community glauben fest darin, dass der Tangle besser skaliert als eine Blockchain. Aber ihnen ist auch klar, dass alles noch sehr beta ist.

Die Entwickler gehen sehr ehrlich und transparent damit um. Man findet den Hinweis an vielen Stellen. Oft jedoch leider mit der Bemerkung, “genau wie Bitcoin und Ethereum.”

Ja, Bitcoin hatte 2010 die bisher einzige Downtime (als ein Bug einem Miner erlaubte, Milliarden von Bitcoins zu schürfen), und Ethereum fuhr in der Frontier-Phase (etwa das erste Jahr) auch mit zentralisierten Stützrädern. Aber weder Bitcoin noch Ethereum sind zum derzeitigen Zeitpunkt so “beta” wie IOTA. Und keine andere Kryptowährung macht so vieles anders wie IOTA. Der Tangle, die Snapshots, die quantensicheren Signaturen, das tertiäre anstatt binäre System – IOTA erfindet Kryptowährungen quasi neu und lässt keinen Stein auf dem anderen.

Bitcoin und Ethereum hatten das Glück, dass sie ihre Kinderkrankheiten noch bei relativ geringen Preisen durchstehen konnten. Keine der beiden Währungen war in den frühen, sensiblen Phasen auch nur annähernd so viel wert wie IOTA, das derzeit gut 10 Milliarden Dollar aufs Market-Cap bringt und auch schon mal mehr als 15 Milliarden wert war. Bei diesen Summen herrschen andere Erwartungen, und man darf zurecht die Frage stellen, ob die Leistung von IOTA in letzter Zeit diesem Marktwert gerecht wird.

Aber kann man es den Entwicklern wirklich zum Vorwurf machen, dass den Märkten gefällt, was sie machen? Klar ist der hohe Preis von IOTA ein Segen für die IOTA-Community. Aber wenn es darum geht, IOTA durch schwierige Gewässer zu führen, dürfte er auch ein Fluch sein.

Lösungen

Bitcoin und Ethereum sind, natürlich, auch beta. Aber IOTA ist noch viel mehr beta. Das System kann das, was es verspricht, derzeit offenbar nicht leisten.

Doch für jedes Problem sind bereits Lösungen geplant. Der Coordinator wird abgeschafft werden, ein neuer Client wird die Performance verbessern, Flash Channels werden Transaktionen und Daten offchain bringen, das Nelson Protokoll die Spam-Wellen beseitigen.

Manche dieser Dinge sind bereits im Alpha-Modus und werden im Netzwerk live getestet, andere sind für die Zukunft geplant. Der Takt neuer Innovationen, die die IOTA-Entwickler präsentieren, ist hoch. Erst vorgestern wurde der neue Client veröffentlicht, und Berichten der Community zufolge läuft IOTA seitdem wieder wie am Schnürchen.

Man könnte sich über jede einzelne neue Innovation lange informieren und einen Artikel schreiben. Ich möchte, zum Abschluss dieses Aufsatzes, in das Thema der Spam-Angriffe eintauchen. Dies beleuchtet nämlich einen besonderen Aspekt von Bitcoin, der vielleicht der Schlüssel ist, um den Charme dieses Systems zu verstehen.

Spam

Bei Kryptowährungen ist Spam eine Art DoS-, also eine Art Überlastungsangriff. Man versendet endlos viele sinnlose Transaktionen, um die Last auf die Knoten in einem dezentralen Netzwerk zu erhöhen. Alle Kryptowährungen bekämpfen Spam durch ein Limit (etwa die Blocksize) und / oder Grundgebühren.

IOTA nicht. Hier gibt es weder das eine noch das andere. Vor Spam schützt hier lediglich ein Proof of Work (Arbeitsbeweis), der notwendig ist, um eine Transaktion zu versenden. Wer also mit IOTA Geld überweist, bezahlt nicht “nichts”. Er bestätigt zum einen zwei vorhergegangene Transaktionen, und er leistet zum anderen einen “Arbeitsbeweis”, indem er ein kryptographisches Rätsel löst. Im Kern macht er exakt dasselbe wie die Bitcoin-Miner. Man könnte sagen, dass IOTA Mining vollkommen dezentralisiert.

Die Tangle zu spammen kostet CPU-Ressourcen. Und das nicht zu knapp. Um eine einzelne Transaktion zu versenden, braucht ein gewöhnlicher Computer ungefähr 10 Sekunden, ein alter Laptop auch mal mehrere Minuten. Wenn es einen Spam-Angriff gibt, können die Nodes nach Belieben die Schwierigkeit des verlangten Arbeitsbeweises erhöhen. Denn bei einem Tangle ist es, anders als bei einer Blockchain, egal, wer eine Transaktion bestätigt hat. Transaktionen werden oft von vielen nachfolgenden Transaktionen bestätigt, und wenn die Tangle heiß läuft, kann man die Schwierigkeit erhöhen, um seinen Node vor zu vielen anderen Transaktionen zu schützen.

Es ist kompliziert, abstrakt und sehr anders als bei Blockchains. Aber wenn man darüber nachdenkt, sollte die Tangle in der Lage sein, Spam-Angriffe ohne Gebühren abzuwehren. Ein Opfer dieser Lösung sind die kleinen Geräte, die ja eigentlich IOTA nutzen sollen, um Daten zu versenden oder zu verkaufen. Sie dürften nicht wirklich die Ressourcen haben, um den Arbeitsbeweis zu erfüllen. Die Lösung wäre entweder ein spezieller – von der IOTA-Foundation entwickelter – Chip, der den Geräten beigegeben wird, oder ein Design, dass die Geräte ihre Transaktionen an einen Masternode weiterleiten, der dann die Arbeitsbeweise erbringt und die Transaktionen ins Netzwerk einspeist.

Die hier vielleicht spannendere Frage ist aber: Warum gibt es offenbar dennoch Spamwellen? Dem Vernehmen nach ächzt IOTA derzeit unter fortgesetzten Spam-Angriffen, die den Ressourcenhunger der Nodes in die Höhe treiben und das ganze Netzwerk sehr viel langsamer machen. Wenn man eine Transaktion in 10 Minuten bestätigt hat, freut man sich derzeit. Wie geht das?

Die Antwort liegt in ungültigen Transaktionen. Jemand liefert einen falschen Arbeitsbeweis ab und flutet damit die Tangle. Alle Nodes übertragen diese Transaktionen, und jemand, der eine neue Transaktion bildet, muss die falschen Arbeitsbeweise prüfen und verwerfen. Auf diese Weise kann man quasi zum Nullpreis IOTA endlos spammen.

Mit dem Nelson Protokoll wollen die IOTA-Entwickler die Spam-Wellen abwehren. Das Nelson Protokoll soll es Nodes erlauben, andere Nodes auf eine Blacklist zu setzen, wenn sie falsche Arbeitsbeweise veröffentlichen. Oder so, und auch noch mehr. Ich habe mich darin – wie bei so vielem bei IOTA – nicht tief genug eingelesen, um mehr darüber zu erzählen.

Ich vermute auch, es wäre an dieser Stelle zu viel des Guten.

Ein Fazit?

Es gäbe noch irrsinnig viel über IOTA zu erzählen. Mir wurden Statistiken von der Node-Last zugespielt, Dinge über Snapshots, Milestones und so weiter erklärt, was die Unterschiede zwischen ternärer und binärer Logik sind und über die Mathematik, derzufolge der Tangle ab einer gewissen Schwelle von Transaktionszahlen sicher wird.

Am Ende bleiben sehr viele Fragen offen, vielleicht mehr, als ich beantworten konnte. Ich selbst habe weiterhin Zweifel, ob IOTA den selbstformulierten Ansprüchen gerecht werden kann, und denke weiterhin, dass diverse fragwürdige Design-Entscheidungen getroffen wurde. Ich meine auch, dass sowohl die IOTA-Entwickler als auch die Community einen oft sehr unprofessionellen Ton anschlagen, wenn jemand Kritik verlauten lässt, und den eigenen Versprechungen gegenüber zu unreflektiert gegenüberstehen.

Dennoch ist IOTA – und das ist vielleicht mein Fazit des Artikels – eine faszinierende Technologie. Das Konzept, das PoW von den Minern auf die Transaktionen zu bringen, hat einen Charme. Es nun ganz abzuschreiben, weil es noch in einem experimentellen Stadium ist, wie es wohl J. Ratcliff macht, ist nicht fair. Es gibt eine sehr lebendige Community, die von der Technologie des Tangles entzückt ist.

Daher darf man annehmen, dass wir auch in Zukunft mehr von IOTA hören werden.


Filed under: Deutsch Tagged: Altcoins, IOTA, Tangle

19. Dezember 2017 - Kommentare deaktiviert für Die verblüffende Dynamik um Bitcoin Cash

Die verblüffende Dynamik um Bitcoin Cash

BitPay, Coinbase, Blockchain.info, Mycelium – die meisten großen Bitcoin-Firmen lassen sich auf Bitcoin Cash ein. Die Entwickler treiben derweil mit CashShuffle, Subchains, dem neuen Adressformat und reaktivierten Opcodes ihre eigene Vision von Bitcoin voran.

Viele, die in letzter Zeit versucht haben, mit Bitcoin in einem Online-Shop zu bezahlen, dürften die Nachricht von BitPay mit Freude aufnehmen: Um die wachsende Nachfrage nach Zahlungen in Kryptowährungen zu befriedigen, wird der weltweit größte Bitcoin-Paymentprovider “beginnen, auch Zahlungen auf anderen, von Bitcoin inspirierten Blockchains zu unterstützen.”

Den Anfang macht die Integration von Bitcoin Cash. Der Forkcoin von Bitcoin wurde bereits im September in die BitPay Wallet app aufgenommen. “Seitdem gibt es eine wachsende Nachfrage von Händlern und ihren Kunden, Bitcoin Cash auch in unserer Zahlungsdienstleistungen anzunehmen.” Im Frühjahr 2018 werden alle Rechnungen von BitPay standardmäßig auch die Option bekommen, dass man mit Bitcoin Cash bezahlt.

Wer also die im August ausgeschütteten Bitcoin Cash noch nicht verkauft hat, darf sich darauf freuen, dass er ab 2018 wieder mit günstigen Gebühren überall da bezahlen kann, wo Bitcoin mit BitPay akzeptiert wird.

Dem entgegen kommt, dass Bitcoin Cash Einzug in immer mehr Wallets hält. So hat letzte Woche die weltweit größte Online-Wallet, Blockchain.info, Bitcoin Cash in die Wallet integriert. Leute, die am 1. August Bitcoins auf Blockchain.info hatten, erhalten nun dieselbe Menge an Bitcoin Cash. Es gibt auch Hinweise, dass sowohl die beliebte Android-Wallet Mycelium als auch die große Wallet und Wechselstube Coinbase bald Bitcoin Cash unterstützen werden.

Diese bereitwillige Aufnahme von Bitcoin Cash durch das Ökosystem trifft sich mit einer erstaunlichen Dynamik in der Entwicklung der Kryptowährung.

So hat Bitcoin Cash das Problem des “Quadratic Scalings” von Signatur-Operationen bereits mit der ersten Hardfork ausgeschaltet. Die beiden Hardforks zusammen haben mehrere Formen von Malleability eliminiert, und die flexible Anpassung der Mining-Schwierigkeit wurde mit der zweiten Hardforks optimiert.

Darüber hinaus wird im Januar ein neues (optionales) Adressformat eingeführt. CashAddr beruht auf bech32 und sieht etwa so aus: “bitcoincash:qpm2qsznhks23z7629mms6s4cwef74vcwvy22gdx6a”. Ich persönlich finde es ästhetisch fragwürdig, muss aber anerkennen, dass es technische Vorteile gibt und dass der Verzicht auf Großbuchstaben hilfreich ist, wenn man eine Adresse abtippt.

Weiter gibt es einen ersten Entwurf für Subchains. Dieses Konzept sieht eine Art von Zwischenblocks vor, “eine ‘schwache’ oder ‘teilweise’ Bestätigung, die Proof-of-Work-Sicherheit zwischen ‘null Bestätigungen’ und ‘einer vollen Bestätigung’ einführt.” Subchains verfeinern das Spektrum zwischen unbestätigt und bestätigt. Es gibt nicht mehr nur 0 und 1, sondern ein gradueller Aufstieg zur Sicherheit einer echten Bestätigung. Subchains bieten ähnliche Vorteile wie kürzere Blockinterwalle, ohne wie diese die Anzahl verwaister Blöcke zu erhöhen.

Die vielleicht aufregendste Entwicklung um Bitcoin Cash ist CoinShuffle. Ich habe mal vor langer Zeit über dieses Verfahren geschrieben, mit dem man die Anonymität von Bitcoin erhöhen kann. An sich ist es schon lange möglich – und auch nötig – eine Art CoinJoin in die Wallets zu integrieren, da die Privacy von Bitcoin nicht nur unzureichend, sondern katastrophal nicht-existent ist.

Bislang hat sich aber noch niemand darum gekümmert. Mit CashShuffle gibt es nun ein Shuffle-Plugin für Electron Cash. Das ganze ist noch Alpha, aber sehr vielversprechend, da es einen Mechanismus, um die Fungibilität zu erhöhen, direkt in die Wallet bringt. Bitcoin.com hat auch schon angekündigt, CashShuffle in die eigene Wallet aufzunehmen. Dies könnte ein wichtiger Schritt hin zu mehr Privatsphäre auf der Blockchain werden.

Bitcoin Cash wird von mehreren Team entwickelt: ABC, Unlimited, XT, BitPrim und nChain. Diese Teams haben jeweils ihre eigenen Roadmaps und Prioritäten, aber es scheint, zumindest derzeit, ein offenes Klima für die Ideen der anderen zu herrschen und ein Bewusstsein dafür zu bestehen, dass man sich, trotz zuweilen unterschiedlicher Ansichten, irgendwie einigen muss. So war der neue Difficulty-Algorithmus von ABC nicht eben der Favorit von XT und Unlimited, und auch das neue Adress-Format stößt nicht bei jedem auf Gegenliebe. Doch die Zweifel sind nicht stark genug, um die Kooperation zu brechen oder notwendige Upgrades zu verzögern.

Ein gutes Beispiel sind die Opcodes. Alle Teams teilen offenbar die Absicht, abgeschaltete Opcodes freizuschalten und damit mehr Befehle in der Skriptsprache von Bitcoin zu aktivieren. ABC scheint sich auf die deaktivierten Opcodes zu konzentrieren, während Bitcoin Unlimited kürzlich beschlossen hat, zwei selbst konzipierte, neue Opcodes zu entwickeln, zu testen und eventuell ins Protokoll von Bitcoin Cash zu bringen. Diese Opcodes würden native Token auf die Blockchain bringen und die Verifizierung weiterer Daten erlauben.

Insgesamt ist diese Dynamik erfrischend. So, wie Bitcoin selbst davon profitiert, dass der Konflikt um die Weise der Skalierung mit der Fork von Bitcoin Cash ausgelagert wurde, gewinnen die Bitcoin Cash Entwickler davon, dass sie nicht länger von Core abhängig sind, sondern ihre eigenen Vorstellungen realisieren können. Es ist manchmal eben doch besser, wenn jeder sein eigenes Ding macht; die Teile sind mehr, als die Bruchteile des Ganzen. Der Markt honoriert dies und kaufte den Kurs von Bitcoin Cash auf mehr als 1.900 Euro hoch.


Filed under: Deutsch

18. Dezember 2017 - Kommentare deaktiviert für Bitcoin wird immer weniger brauchbar als Zahlungsmittel – aber vielleicht macht das gar nicht so viel aus …

Bitcoin wird immer weniger brauchbar als Zahlungsmittel – aber vielleicht macht das gar nicht so viel aus …

Als Zahlungsmittel im alltäglichen Online-Shopping ist Bitcoin derzeit eine Katastrophe. Als digitales Gold legt die Kryptowährung dagegen eine überragende Performance hin. Die Frage, was Bitcoin denn nun ist, dürfte damit entschieden sein.

Wer in den letzten Wochen versucht hat, etwas unter 100 Euro mit Bitcoin zu bezahlen, dürfte in die Röhre geschaut haben. Die Gebühren sind exorbitant hoch, die Dauer der Bestätigung endlos lang. Am Ende wusste man nicht, ob man bezahlt hat oder nicht, schiebt, wenn es eilig ist, nochmal Geld per PayPal nach, und hat, im schlimmsten Fall, auch noch die fünffache Menge der Zahlung als Wechselgeld im MemPool festhängen. Bitcoin ist im Onlineshopping derzeit nicht nur unpraktisch, sondern eine Katastrophe.

Keine Entlastung durch SegWit

Tatsache ist, dass zur Zeit mehr als 135.000 Transaktionen im MemPool festhängen und darauf warten, eine Bestätigung zu bekommen. Das sind rund 195 Megabyte, und damit 50 Megabyte mehr als die tägliche Kapazität von Bitcoin. Das ist so, als würde mehr als eine Tagesladung von Fahrgästen an den Bushaltestellen stehen.

Der MemPool hatte vor kurzem sein Allzeithoch und ist bei starken 180 MB. Quelle: Jochen Hoenickes MemPool-Visualisierung

SegWit, die lange erwartete Scalability-Lösung von Core, hat auch bald vier Monate nach der Aktivierung so gut wie keinen Effekt. Die Rate der SegWit-Transaktionen stagniert bei rund 10 Prozent, die durchschnittliche Blockgröße ist auf lediglich 1,05 Megabyte gestiegen. Damit wird die Prognose, die ich im Sommer für den Kapazitätsgewinn durch SegWit abgegeben habe, deutlich untertroffen – und meine Prognose war schon pessimistisch im Vergleich zu dem, was andernorts versprochen wurde.

SegWit dagegen stagniert bei rund 10 Prozent. Quelle: Count SegWit

Ein Ausweg ist nicht wirklich in Sicht. Es werde nicht über Nacht 50 oder 80 Prozent aller Transaktionen auf SegWit umspringen, und das LightningNetzwerk schreitet zwar voran, wird aber auch noch lange brauchen, um wirklich für Alltagstransaktionen nützlich zu sein. Eine Erhöhung der Blocksize scheint keine Option zu sein, nachdem die Bitcoin-Community erst vor kurzem so heftig gegen diese angekämpft hat.

Die Dekonstruktion der Bitcoin-Akzeptanz

Es kann also normal bleiben, dass man mehr als 300 Satoshi je Byte bezahlen muss, um eine schnelle Bestätigung zu sichern. Das sind derzeit, bei sehr einfachen Transaktionen, rund 10 Euro, werden aber, wenn man komplexere Transaktionen aus mehr Inputs bildet, auch rasch 20 oder 30 Euro.

Die täglichen Einnahmen der Miner durch Transaktionsgebühren haben mehr als 10 Millionen Dollar erreicht. Quelle: Blockchain.info

Kein Wunder ist die Bitcoin-Akzeptanz eher rückläufig. Nachdem Steam schon vorletzte Woche Bitcoin als Zahlungsmittel eingestellt hat, folgte nun auch gpuShack, ein Versandhändler für Mining-Hardware. GpuShack akzeptiert Bitcoin seit 2014, hat die Akzeptanz aber am 16. Dezember beendet. Die API von Coinbase, über den die Seite Bitcoins akzeptiert, “kann nicht länger schätzen, wann eine Transaktion bestätigt wird (ob überhaupt), was eine nicht tragbare Belastung für unseren Kundensupport darstellt.”

Ähnliche Fälle werden voraussichtlich folgen. Für vermutlich die Hälfte bis zwei Drittel der Shops, die wir in unserer Liste mit Akzeptanzstellen führen, ergibt die Bitcoin-Akzeptanz derzeit keinen Sinn mehr. Ironischerweise trifft dies auch auf Bitcoin-Hardware-Wallets wie Ledger und Trezor zu. Sofern nicht etwas Überraschendes passiert, werden wir in den kommenden Monaten wohl die Dekonstruktion der Bitcoin-Akzeptanz im Online-Shopping erleben.

Wer will schon Steam-Keys, wenn auch Flugzeugträger gehen?

Man kann darüber klagen, klar, kann sagen, dass dies nicht die Idee von Bitcoin war und die Kryptowährung nun gescheitert ist. Und so weiter.

Aber man kann es auch als Beginn eines neuen Abschnittes in der Entwicklung von Bitcoin sehen. Denn als digitales Gold oder neue Anlageklasse glänzt Bitcoin wie noch nie. Der Preis erreicht traumhafte Höhen und zieht Altcoins mit sich hinauf; Bitcoin wird als Future auf der Cboe und, seit heute, auch auf der CME gehandelt; Banken, Vermögensverwalter und Privatinvestoren sind wach geworden und wollen Bitcoin ins Portfolio aufnehmen; und es ist mittlerweile eine allgemein anerkannte Tatsache, dass Bitcoin ein wundervoller digitaler Wertspeicher ist.

Es mag sein, dass man mit Bitcoin nicht länger Steam-Spiele, Burger, VPN-Schlüssel, Mail-Accounts, Webdomains und so weiter kaufen kann. Aber dafür könnte es sein, dass die Zentralbanken bald Bitcoin in ihren Körben von Reservewährungen halten, das Bitcoins benutzt werden, um Ölfrachter, Flugzeuge, Züge, Schlösser oder Inseln zu kaufen. Bitcoin könnte die globale Recheneinheit werden, eine Power-Währung für die Konzerne, Staaten und Superreichen, ein Netzwerk, mit dem Millionenbeträge sicher, schnell und günstig versendet werden. Um es kurz zu sagen: Das Zentrum der Weltwirtschaft.

Mit so einer Bestie Steam-Keys oder Grafikkarten zu kaufen, könnte man damit vergleichen, sich ein Kernkraftwerk in den Garten zu stellen, um seinen Herd mit Strom zu versorgen. Es ist gnadenlos überkandidelt. Bitcoin ist die Chance, einen Anteil am künftigen Power-Geld zu haben. Spielt es da wirklich eine Rolle, dass man nicht mehr in Online-Shops mit Bitcoin bezahlen kann?

Vermutlich eher nicht. Aber die Community wird sich an die neue Wirklichkeit von Bitcoin noch gewöhnen müssen.


Filed under: Deutsch

16. Dezember 2017 - Kommentare deaktiviert für Binance – die neue Altcoinbörse Nummer eins?

Binance – die neue Altcoinbörse Nummer eins?

Wer im Bereich Kryptowährungen unterwegs ist hat es wahrscheinlich schon mitbekommen. Neben den eingesessenen Altcoin-Börsen wie Bittrex und Poloniex hat sich eine chinesische Plattform etabliert, die in kurzer Zeit einen größeren Marktanteil gewinnen konnte und stetig weiter wächst. Dies liegt unter anderem an dem teilweise neuen Konzept des Binance Tokens (BNB) und der vergleichsweise hohen Anzahl neuer Währungen, die man auf Binance traden kann. Schätzungsweise sind aktuell 70-80 verschiedene Kryptowährungen auf Binance handelbar. Im Folgenden werde ich Binance und die Besonderheiten der Börse vorstellen. Da das Unternehmen gestern bekannt gegeben hat, dass die Plattform jetzt auch auf Deutsch nutzbar ist, nutze ich die Gunst der Stunde.

Interessanterweise hat Binance die eigene Entwicklung über einen ICO finanziert. Im Juli 2017 konnte das Unternehmen erfolgreich 100,000,000 Binance Token (BNB) für etwa 15 Millionen Dollar verkaufen. Dies entspricht 50% aller existenten Tokens (200,000,000). Hier stellt sich direkt die Frage, wofür eine Kryptobörse einen eigenen Token benötigt. BNB ist eine (die klar günstigste) Option auf der Börse Transaktionskosten und Gebühren zu zahlen und unterliegt einer Buyback-Strategie: 20% aller Profite der Plattform werden dazu genutzt BNB Token zurückzukaufen, bis 50% aller Tokens zurückgekauft und geburned worden sind. Somit werden langfristig nur noch 100,000,000 Tokens im Umlauf sein und weitere 100,000,000 unbrauchbar weggeschlossen sein. Das ICO-Modell hat direkte Vorteile für das Unternehmen und Investoren. Binance erhält Kapital um die Entwicklung der Plattform voranzutreiben und Investoren haben die Möglichkeit mittels erworbener BNB zu günstigeren Konditionen auf der Plattform zu traden. Binance User haben die freie Wahl ob sie Fees in BNB oder “klassisch” bezahlen wollen. Falls sie BNB nutzen, sind die Fees um 50% reduziert – so gesehen ist es also fahrlässig nicht BNB zur Zahlung seiner Fees zu benutzen. Hieraus entsteht ein weiterer Grund, weshalb User BNB Tokens kaufen, verbrauchen und erneut kaufen.

Im ersten Quartal hat Binance 986,000 BNB (etwa $1,5 Mio.) gekauft und geburned. Somit hat das Unternehmen im allerersten Quartal bereits einen Gewinn von $7,5 Mio. erwirtschaftet. Vor dem Hintergrund, dass Binance stetig wächst und neue Währungspaare einbindet ist klar vorherzusehen, dass der Quartalsgewinn deutlich ansteigen wird – und folglich auch die Höhe des Buybacks stark ansteigen wird. Hier könnte ein findiger Investor durchaus auf einen Anstieg des Token-Preises spekulieren.

Ein weiteres interessantes Feature der Binance Plattform ist, dass ICOs direkt über deren Plattform durchgeführt werden. Wie einige “ältere” Mitglieder der Krypto-Community möglicherweise noch wissen, haben Börsen wie Poloniex oder Bittrex früher auch ICOs direkt über ihre Plattform angeboten. Tatsächlich kann ich mich spontan an keinen einzigen Coin erinnern, der seinen ICO auf einer dieser Börsen durchgeführt hat und heute noch existiert – möglicherweise Xaurum (XAU), aber auch nur nach deren Rebirth ICO Nummer 2, in dem man alte XAU Tokens swappen konnte. Mit Tron (TRX) hat Binance unter anderem einen ICO abgewickelt, dessen Token aktuell über 1 Mrd. USD Marktkapitalisierung besitzt. Hier entsteht also ein weiterer Grund die Plattform zu nutzen – es ist möglicherweise die einzige Methode auf bestimmte ICOs zuzugreifen. Die erste offizielle ICO-Kampagne des Binance Launchpads, GIFTO, war nach 2 Minuten ausverkauft. Hier konnte man übrigens auch mit BNB am ICO teilnehmen.

1

Zusätzlich bietet Binance diverse Anreizsysteme für Nutzer an: So werden einerseits Airdrops an User der Plattform verteilt, andererseits werden User mit hohem Umsatz mit Tokens belohnt. Im Rahmes des Community Coin of the Month können die jeweiligen Communities über Twitter das Listing eines Coins unterstützen, woraufhin der Gewinner als neues Tradingpaar auf Binance geaddet wird. Neben der generell schon sehr hohen Anzahl neuer Tradingpaare gibt es somit für jede halbwegs relevante Kryptowährung die Möglichkeit, kostenfrei auf Binance geaddet zu werden.

Zusammengefasst handelt es sich bei Binance um eine hochmoderne Kryptobörse, die im Gegensatz zu den eingesessenen Börsen Wert auf innovative Services legt und stetig neue Tokens auf der Plattform integriert. Hier ist der Standort in Asien sicherlich ein klarer Vorteil. Börsen wie Kraken, Bittrex oder Poloniex müssen deutlich stärker auf regulatorische Themen Wert legen und besitzen daher nicht die Freiheit weiterhin ICOs in ihre Plattform zu integrieren. Daher kann es nur von Vorteil sein Binance zu nutzen – man erhält Zugriff auf neue Tokens, Airdrops, ICOs.

Wie man in der oberen Grafik sehen kann hat Binance auch ein Referral-Programm. Falls ihr euch entscheidet bei Binance anzumelden, wären wir natürlich sehr verbunden, wenn hierfür die Referral-ID des Altcoinspekulanten genutzt würde (ID 10795179). Wir planen alle Fees dafür zu nutzen weiteren Content für diese Seite zu generieren.

-Lennart Ante

Disclaimer – Hinweis auf Interessenskonflikt: Der Autor oder Teile des Autorenteams sind in die oben genannten Kryptowährungen selbst investiert oder werden in diese investieren (Dies wird ab jetzt standardmäßig unter jedem Artikel erscheinen, da es sein kann, dass zu einem Zeitpunkt nach Veröffentlichung des Artikels investiert wurde).


15. Dezember 2017 - Kommentare deaktiviert für Der Ananas-Fond: Early Adopter spendet mehr als 5.000 Bitcoins für wohltätige Zwecke

Der Ananas-Fond: Early Adopter spendet mehr als 5.000 Bitcoins für wohltätige Zwecke

Braucht ein einzelner Mensch wirklich mehr als 5.000 Bitcoins? Ein Early Adopter meint nein – und spendet den Großteil seiner Coins für gute Zwecke. Er hat dafür den Ananas-Fond (Pineapple-Fund) gegründet. Organisationen, die Bitcoins akzeptieren, können sich auf der Webseite bewerben.

Rund 86 Millionen Dollar spendet der unbekannt bleibende Early Adopter mit dem Pinepple-Fund. Denn “wenn man einmal genug Geld hat, kommt es aufs Geld nicht mehr an”, so die Webseite.

“Irgendwann, in den frühen Tagen von Bitcoin, erkannte ich das Versprechen von dezentralem Geld und entschied mich, einige der magischen Internet-Token zu minen / kaufen / handeln,” erzählt der Gründer des Fonds. “Die alle Überwartungen übertreffenden Profite mit Bitcoin über die Jahre hinweg haben zu einem Vermögen geführt, dass weit über das hinausgeht, was ich ausgeben kann.”

Daher gibt der anonyme Early Adopter nicht nur einen Teil, sondern einen Großteil seines Bitcoin-Vermögens in den Pineapple-Fund (Ananas-Fond): 5.057 Bitcoins. Bislang haben acht Charity-Organisationen Geld erhalten, die meisten etwa eine Million Dollar: Watsi, The Water Project, BitGive, EFF, Maps, OpenBSD, sens research foundation und charity:water.

Auf der Webseite des Fonds sind Links zu den Transaktionen zu den Organisationen. Bislang wurden jedoch nur gut 200 von den mehr als 5.000 Bitcoins ausgegeben, mehr als 4.800 warten noch darauf, ihren guten Zweck zu finden.

Wer also bei einer solchen Organisation arbeitet, oder eine kennt, an die er gerne spendet, darf sich an den Fonds wenden. Es gibt ein Online-Formular, um sich zu bewerben. Einzelpersonen sind ausgeschlossen, Bedingung ist, dass die Organisation die Spende in Bitcoins akzeptiert.

Was soll man dazu noch sagen? Danke, namenloser Early Adopter, und danke Welt, dass du 80 Millionen Dollar an eine Person gegeben hast, die nicht gierig ist, aber offenbar ein gutes Herz hat.


Filed under: Deutsch

15. Dezember 2017 - Kommentare deaktiviert für Dänischer Bitcoin-Baron wird Hauptsponsor von Top-Eishockey-Club

Dänischer Bitcoin-Baron wird Hauptsponsor von Top-Eishockey-Club

Der dänischstämmige Gründer von Bitcoin Suisse, Niklas Nikolajson, wird zum neuen Hauptsponsor des dänischen Eishockey-Clubs Rungsted Seier Capital. Dessen Stadion wird in Bitcoin Arena umbenannt, der Top-Spieler erhält fortan sein Einkommen in Bitcoins.

Ob Niklas Nikolajson wirklich Milliardär ist, wie die eine Zeitung meint, oder “nur” Multi-Millionär, wie es eine andere schreibt, ist vermutlich Privatsache – und hängt davon ab, ob man in Euro oder dänischen Kronen rechnet. Fakt dürfte aber sein, dass Nikolajson als Gründer von Bitcoin Suisse ein maßgeblicher Akteur im Schweizer “Bitcoin Valley” wurde und vermutlich genügend Bitcoins eingenommen und eingekauft hat, um nun ein beträchtliches Vermögen zu besitzen.

Zumindest hat Nikolajson genügend Geld, um sich einem der liebsten Hobbys der Superreichen hinzugeben: Dem Sponsoring von Sportvereinen. Und als gebürtiger Däne finanziert Nikolajson natürlich einen Eishockeyclub. “Wir hatten ein gutes Jahr, daher können wir darüber nachdenken, wo wir mit Spenden helfen,” so der mutmaßliche Bitcoin-Milliardär, der einen bisher unbekannten siebenstelligen Betrag an den Club überwiesen hat.

Im Gegenzug darf Nikolajson den Traum so mancher Bitcoiner erfüllen: Die Eishockey-Arena, die bislang Saxo Bank Arena heißt, wird in Bitcoin-Arena umbenannt. In der Mitte der Eisbahn wird ein Bitcoin-Logo aufgebracht, das einen Durchmesser von 9 Metern haben soll. Ein besseres Symbol ist schwer vorzustellen: Das Logo der Bank geht, das von Bitcoin kommt.

Die Vereinbarung für das dreijährige Sponsoring zwischen Nikolajson und dem Eishockeyclub wird am 27. Dezember in Kraft treten. Dann wird auch einer der besten Spieler der Mannschaft, Nikolaj Rosenthal, nicht mehr in Kronen, sondern in Bitcoin bezahlt. Der Eishockeyspieler freut sich bereits darauf, da er auch schon privat mit Bitcoins gehandelt hat.


Filed under: Deutsch